Dienstag, 10. Juli 2018

Im Georgs-Café: Ingrid Künne: Windgeformte Felsskulpturen in der Sahara

Sahara - Landschaft der Superlative – größte, heißeste und trockenste Wüste der Welt. ... bis 28. Juli

Sahra, "ödes Land", ist ein Wort aus dem Arabischen; die Araber sprechen auch von bahr bela ma: "Meer ohne Wasser" und scheinbar endlos wie ein bewegtes Meer schauen die großen Sand-dünengebiete, Erg oder Edeyen, aus. Und doch bedecken sie nur ein Fünftel des 9 Millionen Quadratkilometer großen Landes, 80 Prozent der Landschaft bestehen aus Gebirgen, aus Stein- oder aus Kieswüste. Eine Landschaft der Stille und der Einkehr - nicht von ungefähr haben die drei großen Religionen - Judentum, Christentum und Islam - ihren Ursprung in der Wüste.

Die extremen Temperaturen, Kälte in der Nacht, Hitze am Tag, bewirken Spannungen im Gestein, der Fels verwittert, springt, wird dadurch verkleinert. Der Wind treibt die Sandkörner vor sich her, wirft sie gegen den Fels, schmirgelt ihn klein, gestaltet neue Umrisse und ist somit ein Bildhauer, der erste Künstler, der in der Sahara gewirkt hat. Er schafft Formen, wie sie seltsamer nicht sein können. Wir vermeinen archaische Stadtsilhouetten, Mythenfiguren oder Fabeltiere zu sehen, wir lassen uns gefangen nehmen von der Fiktion und verschaffen so der Illusion Wirklichkeit.

Bei meinen Reisen durch die saharischen Länder haben mich so manche Felsformationen fasziniert, sie sind es wert, in einer Ausstellung gezeigt zu werden.

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