Pfarrhaus St. Georg

Freising, Am Rindermarkt 10

  

  

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Das heutige Pfarrhaus St. Georg wurde 1904 von der Freisinger Firma Steinecker erbaut und diente als Schreinerei. Der Steineckerplan zeigt die "Östliche Fassade" mit großen Fenstern im Erdgeschoss und einer Türe dazwischen. Heute gibt es nur noch den Eingang in der Ecke, hinter dem der Korridor das Gebäude erschließt.

Das historische Foto vom "Rindermarkt" zeigt einen Teil der östlichen Fassade, der Rest wird von den beiden heute verschwundenen Häusern verdeckt. (Ganz links das Ziererhaus.)

 

Es wird berichtet, dass der Maschinenlärm der Schreinerei des Öfteren die Gottesdienste in der Georgskirche störte. Der Organist soll dann immer besonders stark in die Tasten gegriffen haben. Die Pfarrei griff daher zu, als sich 1929 überraschend die Möglichkeit ergab, das Anwesen zu erwerben und als Ersatz für das bisherige Pfarrhaus in der Oberen Hauptstraße zu nutzen. Das Gebäude wurde in der Folgezeit den jeweiligen Bedürfnissen entsprechend umgebaut.

 

111 Jahre nach dem Bau des Hauses ist eine gründliche Renovierung angesagt, die die Mängel an der Installation und am Brandschutz beheben wird und das Gebäude zugleich für eine zukunftsträchtige Nutzung ertüchtigen soll. Zusätzlich müssen die umfangreichen Auflagen des Denkmalschutzes beachtet werden.

In Zusammenarbeit mit dem Ordinariat der Erzdiözese und der Kirchenverwaltung von St. Georg hat das Freisinger Architekturbüro 'DEPPISCH  A R C H I T E K T E N' einen Plan für diese Renovierung ausgearbeitet. Dem gingen umfangreiche Voruntersuchungen voraus. "Damit man nicht allzu viele Überraschungen erlebt, wenn man erst einmal anfängt, die Mauern aufzumachen," erläutert Architekt Michael Deppisch am 2. Juni 2015, als er das Projekt bei einer Abendveranstaltung im St. Georg Haus der Öffentlichkeit vorstellt.

Das Modell zur Renovierung zeigt das Pfarrhaus von Nordwesten. Die Eingangsseite ist also nicht zu sehen, dafür schaut man in den kleinen Garten im Innenhof. Gut zu erkennen ist der flache Anbau der ehemaligen Schreinerwerkstatt, der heute im Innern eine eher unübersichtliche Raum- und Zugangsstruktur aufweist. Dieser Zustand soll dadurch behoben werden, dass der an den Haupteingang sich anschließende Korridor um einen Glasgang in den Garten hinein verlängert wird. Von dort aus werden die Räume in der ehemaligen Schreinerei neu erschlossen. Dadurch entfällt die jetzige verwinkelte Erschließung und man gewinnt Büroraum.

Im Treppenhaus wird ein Aufzug eingebaut, so dass alle Stockwerke auch von Gehbehinderten erreicht werden können. Der erste Stock weist die Wohnung für den Pfarrer aus. Die darüber liegenden Stockwerke werden so umgestaltet, dass sie sowohl als Büros wie auch als kleine Wohnungen zu nutzen sind. Damit ist Flexibilität gegeben, wenn einmal die Büros im Erdgeschoss nicht ausreichen sollten.

Sämtliche Decken zwischen den Geschossen sind Holzdecken und müssen nachgerüstet werden, damit sie dem heutigen Brandschutz genügen. Der Dachstuhl ist historisch bemerkenswert, aber nach heutigen Maßstäben zu schwach ausgelegt, muss also ebenfalls nachgerüstet werden. Zum Glück hat er ja bis heute allem Wind und Wetter standgehalten.

Der feuchte Keller muss trockengelegt werden. Wasser- und Elektroinstallation werden komplett erneuert. Dabei werden die zahlreich vorhandenen Kamine genutzt, um in ihnen die Steigleitungen unterzubringen. So kann man allzu wüste Eingriffe in die historische Substanz geschickt vermeiden.

Mit einem lokalen Wärmeverbund sollen einmal das Pfarrhaus, das St. Georg Haus und die Pfarrkirche von einer einzigen Zentrale aus beheizt werden.

Die Kosten für die Baumaßnahme sind aufgrund der besonderen Bedingungen erheblich. Ein Betrag wird zurzeit noch nicht genannt. Die übliche Finanzierung sieht eine Beteiligung der Pfarrei in Höhe von etwa 10% vor, wenn die Baumaßnahme in Zusammenhang mit einem Pfarrerwechsel steht, was ja der Fall ist.

Die Arbeiten bedingen eine Großbaustelle mitten in der Altstadt. Im Herbst 2015 soll begonnen werden. Es wird von 2 Jahren Bauzeit gesprochen. Die bisherigen Bewohner sind bereits ausgezogen,  Pfarrer Lederer ist erst gar nicht eingezogen. Das Pfarrbüro wird vom 13.-17. Juli 2015 in angemietete Räume im Sperrerhaus am Marienplatz umziehen (ehemaliges Notariat).

Über den Fortgang der Arbeiten soll an dieser Stelle fortlaufend berichtet werden.


Katholische Pfarrei St. Georg in Freising; Text: Hans-Christoph Bartscherer; Ed: HCB; zuletzt aktualisiert am 29.04.2016

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